Bericht zur Familienwanderung am 16.04.2016

Unsere erste Familienwanderung des Jahres fand am 16.04. statt. Die inhaltliche Gestaltung übernahmen Katharina Panek und Linda Reinhard, beide aus dem Vorstand des Regionalverbandes Meißen-Dresden.
Die Route führte uns diesmal durch den Norden Dresdens. Start war an der Haltestelle „Fuchsberg“, von wo wir kurz ein Wohngebiet durchquerten um zum Seifzer Teich zu gelangen. Schon seit rund 150 Jahren befindet sich dort gar kein Teich mehr, doch der Damm blieb erhalten. Über diesen führte auch unser Weg und wir konnten uns an blühenden Buschwindröschen (Anemone nemorosa) und Sumpfdotterblumen (Caltha palustris) erfreuen. Sogar ein natürlicher Kletter-Spielplatz in Form einer verkorksten alten Eiche, auf der sich die Kinder austoben konnten, befand sich am Wegesrand.
Ein kleiner Höhepunkt war eine Wiese neben der Königsbrücker Landstraße, die auf den ersten Blick recht unscheinbar wirkte. Doch wie sich herausstellte handelte es sich um ein potenzielles Flächennaturdenkmal (FND), da sie ein bedeutendes Vorkommen des Großen Wiesenknopfes (Sanguisorba officinalis) beherbergt. Diese Pflanze ist für den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling und Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling unentbehrlich. Diese Schmetterling legen ihre Eier nur in die Blütenstände genau dieser
Art. Als Raupen ernähren sie sich in der ersten Zeit von der Blüte, bevor sie sich dann zu Boden fallen lassen. Von dort lassen sie sich von der Roten Knotenameise (Myrmica rubra) in ihr Nest tragen, wo sie sich bis zu ihrer Umwandlung zu Schmetterlingen von Ameisenblut ernähren. Zusammen mit dem Großen Wiesenknopf gehen auch die Bestände der darauf angewiesenen Schmetterlinge zurück, was ein Grund für die Schutzwürdigkeit der Wiese ist. Die Kinder sammelten hier aber auch mit dem wirklich sauer schmeckenden Sauerampfer (Rumex acetosa) und dem lustig klettenden Kletten-Labkraut (Galium aparine) neue Natur-Erfahrungen.
Auf der anderen Seite der Königsbrücker Landstraße wurde schließlich am Großen Damm, wo sich auch das Weixdorfer Waldbad befindet, eine kleine Rast eingelegt, bevor uns der Weg in den Wald führte. Auch hier bot uns die Natur viel Sehenswertes! So zum Beispiel die Schlehe (Prunus spinosa), die gerade in voller Blüte stand und ihren schweren, süßen Duft verbreitete. Oder der
Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella) mit seinen zarten lilafarbenen Äderungen in der schneeweißen Blüte.
Wegen der andauernden ungemütlichen Wetterlage musste die Wanderung zwar etwas abgekürzt werden, doch es blieb trotzdem genug Zeit um über weitere Themen ins Gespräch zu kommen, die die Teilnehmenden interessierten. So wurde über die naturschutzfachlichen Vor- und Nachteile von Offenland und Wald diskutiert, über das Immunsystem von Bäumen und auch über den heute üblicherweise praktizierten Waldumbau in der Forstwirtschaft.
Am zeitigen Nachmittag trafen wir wieder am Startpunkt ein. Es war eine sehr abwechslungsreiche kleine Wanderung, die allen sehr viel Spaß gemacht hat.