Das Schwarzpappel-Projekt

Das Pappelprojekt beschäftigt sich mit dem Aussterben der Schwarzpappel in Sachsen und hat sich als Ziel gesetzt dies zu verhindern.

Aus diesem Grund wurde auch die Baumschule in Loschwitz an der Elbe gegründet. In der Baumschule werden die Stecklinge der Schwarzpappel eingesetzt und gepflegt. Nach einigen Jahren, wenn diese dann Groß genug sind, werden sie in der Natur an geeigneten Plätzen „ausgesetzt“. Geeignete Standorte sind dafür die Flussauen mit Schotter-, Kies- oder Sandflächen, wo es ab und zu auch Hochwasser gibt. Früher war die Schwarzpappel an solchen Orten auch anzutreffen, jedoch wurde sie durch den Menschen verdrängt. Da zum Beispiel die Flussauen trockengelegt und für die Landwirtschaft genutzt wurden.

Die Helfer in der Baumschule versuchen den Schwarzpappeln bestmögliche Bedingungen zu schaffen, damit sie gut heranwachsen können. Dazu werden Brombeeren, von einer dort früher stehenden Brombeerhecke, entfernt, damit diese die Schwarzpappeln nicht stören. Auch die umliegende Fläche um eine Schwarzpappel wird von dem hohen Gras befreit.

Populus nigra nennen die Wissenschaftler die Schwarzpappel. Man kann sie in die Familie der Weidengewächse einordnen. Mit einem Alter von maximal 300 Jahren, kann sie eine Größe von 30 Metern Höhe erreichen. Dabei wächst sie drei- bis viermal schneller als die Buche. Die natürliche Fortpflanzung der Schwarzpappel erfolgt über eine Fremd-und Windbestäubung.

Die Schwarzpappel kann man im Frühling an ihren bis zu zehn Zentimetern langen Kätzchen erkenn, welche bei männlichen Pflanzen eine rötliche Färbung besitzen und bei weiblichen Pflanzen gelbgrün sind. Zudem ist die Baumrinde der Schwarzpappel ein ganzjährig vorhandenes Erkennungsmerkmal. Auf ihr kann man das für sie typische X erkennen. Und mit ein wenig Fantasie lassen sich in der Rinde auch Fabelwesen wie Feen und Drachen erkennen.

Wer die Schwarzpappel anhand ihrer Blätter identifizieren möchte, sollte darauf achten, dass diese wechselständig angeordnet sind und und eine einfache, dreieckige und gezähmte Struktur/Form aufweisen.

Auch wenn man sich ziemlich sicher ist, dass das identifizierte Exemplar eine Schwarzpappel ist, kann es sich auch immer noch um Hybridpappel handeln. Die Hybridpappel wird auch Bastard Schwarzpappel genannt, und das auch aus einem guten Grund: Die Schwarzpappel kann man nur durch eine genetische Untersuchung von Knospen oder Blättern eindeutig von der Hybridpappel unterscheiden.

Im Rahmen meines Praktikums bei der NABU habe ich an zwei Tagen mit bei dem Pappelprojekt geholfen. Herr Siegert hat mich betreut, mir meine Aufgaben zugeteilt und noch etwas über die Baumschule in Loschwitz erzählt. Meine erste Aufgabe war es die kleinen Schwarzpappeln von den wuchernden Brombeeren zu befreien. Danach sollte ich Schwarzpappel im hinteren Teil des Geländes von dem hohen Gras in diesem Bereich freilegen. Die Arbeit in der Baumschule kann man mit normaler Gartenarbeit vergleichen. Dadurch das das Gelände etwas von den umliegenden Straßen abgegrenzt und gleich an der Elbe liegt ist es sehr ruhig, sodass man auch den Vögeln lauschen kann.

Es ist sehr wichtig Pflanzen- und Tierarten vor dem Aussterben zu schützen und die Rote Liste immer weiter zu verkürzen. Aus diesem Grund hat das Schwarzpappel Projekt auch eine sehr große Bedeutung. Durch die Vorgehensweise der Wissenschaftler und Helfer, wird die Schwarzpappel in ein paar Jahren bestimmt auch nicht mehr auf der roten Liste von Sachsen vorzufinden sein.

Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt das Aussterben der Schwarzpappel in Sachsen zu verhindern und ich bin mir sicher dass sie dies auch schaffen werden.

 

Text: Hannah Werbelow