Die Apotheke vor der Haustür

Teilnahme des NABU Dresden an den Frühlingsspaziergängen und dem 5. Langen Tag der Stadtnatur

Am 4. Mai 2019 war es wieder so weit: Unsere alljährliche Kräuterwanderung fand diesmal unter erschwerten Bedingungen, nämlich bei Dauerregen statt. Trotzdem haben sich 20 Interessierte zusammengefunden, um Wissenswertes über die Flora der Dresdner Elbwiesen und deren heilende Wirkung zu erfahren.

Großen Zuspruch erfuhr die diesjährige Kräuterwanderung „Die Apotheke vor der Haustür“ an den Dresdner Elbwiesen, trotz Dauerregens.
Foto: NABU/L. Reinhard

Das Fachwissen zu Inhaltsstoffen und Wirkung der Pflanzen wurde in bewährter Form von den beiden Apothekerinnen Frau Bräuer und Frau Mehnert von der Ginkgo- und der Aesculap-Apotheke Dresden vermittelt, während einige ökologische Aspekte von Linda Reinhard (NABU Dresden) angesprochen wurden.
Da die Führung diesmal recht zeitig im Frühjahr stattfand, sind viele Kräuter leider nicht mit Blüte zu finden gewesen. Der Spitzwegerich, der zuvor immer ein zuverlässiger Wegbegleiter mit besonderer Heilwirkung gewesen war, fehlte beispielsweise ganz. Die Besucherinnen und Besucher konnten sich dafür um so mehr über den Weißdorn freuen, der in voller Blüte zu bewundern war. Auch die Taubnessel, die Brennnessel oder die Nützlichkeit des sonst in Gärten nicht so gern gesehenen Giersch konnte ausführlich besprochen werden. Neben Kräutern wurden aber auch Bäume in Hinblick auf ihre Heilwirkung betrachtet. So spielen nicht nur Linden, sondern auch Weiden eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Erkältungen, da die Inhaltsstoffe vieler Pflanzenteile dieser Arten schweißtreibend und entzündungshemmend wirken.

Viele heilende Pflanzen: Weide, Brombeere, Ross-Kastanie.
Foto: NABU/L. Reinhard

Eine Besonderheit ist das Vorkommen des Großen Wiesenknopfes, der zur Lebensgrundlage des Wiesenknopf-Ameisenbläulings gehört. Dieser schöne Schmetterling wird immer seltener, da er besondere Ansprüche an seinen Lebensraum stellt und sowohl den Großen Wiesenknopf, als auch die Rote Gartenameise für seine Entwicklung unbedingt braucht. Erfreulich war auch das vergleichsweise geringe Vorkommen des Japanischen Staudenknöterich. Nahm er in den vergangenen Jahren große Anteile der besuchten Fläche ein, so waren diesmal nur einzelne Stängel dieser sehr invasiven Art zu sehen.

Gemeinsamer Bastel-Info-Stand mit der NAJU Dresden zum 5. Langen Tag der Stadtnatur.
Foto: NABU/N.Dammer

Am 5. Mai fand dann im Rahmen des „5. Langen Tags der Stadtnatur“ ein interkulturelles Familienfest statt, auf dem wir gemeinsam mit der NAJU Dresden einen Bastel-Info-Stand betreuten. Viele interessierte Kinder (und Erwachsene) absolvierten eine Vogel-Rallye, einige bastelten Fledermäuse und Küken mit ihren eigenen Handschablonen oder malten Bilder zum Thema „Die Stadt als Lebensraum“ aus. Besonders gefreut haben wir uns über das oftmals bereits große vorhandene Wissen der Kinder über die häufigsten Vogelarten und das große Interesse an der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“.