GRÜNE ECKE erhalten

NABU Sachsen gegen Bebauung in Dresden-Friedrichstadt

An der Ecke Friedrichstraße/Weißeritzstraße in Dresden soll ein (weiteres) Einkaufszentrum mit einem freiliegenden Parkdeck auf dem Dach entstehen. Es handelt sich um eine Grünfläche mit einem hochwertigen Baumbestand und einer reichhaltigen Krautflur. Die Fläche wurde nach dem Hochwasser 2002 mit Spendenmitteln von Bürgern gestaltet. Eine Bronzetafel auf einem der im vorderen Bereich der Wiese liegenden Findlinge informiert darüber. Entsprechend dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan soll all das wieder verschwinden. Darf man so mit Spendengeldern umgehen?

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Foto: GRÜNE ECKE Dresden Friedrichstadt Juni 2015 | NABU – Jan Schimkat

Weil die Grünfläche nur selten gemäht wird, bietet sie vielen Insektenarten und in der Folge Fledermäusen und Vögeln, die sich hier auch dank der alten und zum Teil höhlenreichen Bäume angesiedelt haben, ausreichend Nahrung. Nun sollen fast 100 Bäume für das Einkaufsprojekt gefällt und eine Fläche von etwa 5.000 Quadratmetern versiegelt werden. Sind diese Bäume nicht auch wichtige Verbündete beim Klimaschutz? Sie mindern die CO2-Belastung, reinigen die Luft und verbessern das Stadtklima. „Für die Menschen ist es eine Oase und ein Ort zum Verweilen im Großstadtdschungel“, so Joachim Schruth, beim NABU-Landesverband Sachsen für das Naturschutzrecht zuständig. Er bemängelt auch Defizite bei der Erfassung von im Gebiet vorkommenden bedrohten Arten. „Zwei unserer Mitglieder haben bei einer Begehung innerhalb von zwei Stunden mehr Vogelarten erfasst, als das Gutachterbüro bei fünf Begehungen. Insgesamt bestehen aus Sicht des Artenschutzes erhebliche Bedenken hinsichtlich der Vereinbarkeit des Vorhabens mit dem Bundesnaturschutzrecht. Wir hoffen, dass dies und die Einwände vieler Bürgerinnen und Bürger bei den Verantwortlichen zu einem Umdenken führt“, so Schruth abschließend.