Effizienzuntersuchungen an Vogel-Ersatzquartieren

Das vom Sächsischen Ministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft seit 01/2022 für drei Jahre geförderte Projekt hat nun die erste Erfassungssaison hinter sich.

Im Rahmen der seit 1996 bestehenden Bemühungen zum Thema „Artenschutz an Gebäuden“ in Dresden und Umgebung wurden allein vom NABU bzw. Naturschutzinstitut Dresden über 13.000 Ersatzquartiere für Vögel und Fledermäuse in Dresden, Meißen und Pirna geschaffen. Ziel war es, die bereits seit 1990 entstandenen enormen Verluste der gebäudeabhängigen besonders und streng geschützten Tierarten zu begrenzen und Populationen zu stabilisieren.

Hersteller von Naturschutzprodukten entwickelten in Anpassung an Wärmedämmverbundsysteme und neuartige Gebäudestrukturen eine Vielzahl von Leichtbetonkästen für Gebäude. Stichproben und Zufallsbeobachtungen lassen eine hohe Besiedlungsrate zumindest für Vögel vermuten.

Umsetzung juveniler Turmfalken während Sanierungsmaßnahme, Foto: P. Zimmermann

Jedoch sind zielgerichtete und methodisch standardisierte Erfassungen notwendig, um die Wirkung der Kompensationsmaßnahmen evaluieren zu können und notwendige Anpassungen planen und umsetzen zu können.

Jetzt, nach 25 Jahren, sind qualifizierte avifaunistische Effizienzuntersuchungen an ausgewählten Gebäudekomplexen dringend erforderlich. Als Zielarten stehen insbesondere Mauersegler, Haussperling, Star, Kohl- und Blaumeise, Dohle, Turmfalke sowie Hausrotschwanz im Fokus. Dabei spielt die Optimierung von Ersatzquartieren und ihre Anbringungsweise eine besondere Rolle.

Im Ergebnis können Empfehlungen, Strategien und Hinweise an die Hersteller von Naturschutzprodukten, Gutachter, Architekten und Umweltämter gemacht werden. Das würde weiterhin die Vorbildfunktion des Freistaates Sachsen stärken.

Eine detaillierte Methodik und erste Ergebnisse sind hier nachzulesen.