Haussperling ist Spitzenreiter der Stunde der Wintervögel 2022

Mehr als 9.700 Teilnehmer zählten während der diesjährigen Stunde der Wintervögel vom 6. – 9. Januar deutschlandweit im Durchschnitt 35,5 Vögel aus 8,7 Arten. Das ist die zweithöchste Beteiligung nach 2021 in der zwölfjährigen Geschichte der Stunde der Wintervögel.  In Sachsen zählten mehr als 9.700 Personen ca. 228.000 Vögel. Damit liegt der Durchschnitt mit 37,3 Vögeln pro Beobachtungsplatz über dem Bundesdurchschnitt. Nichtsdestotrotz wurden auch in Sachsen im Schnitt 10 Vögel weniger gezählt als noch 2011.

Auf den Top Ten liegen in angeführter Reihenfolge: Haussperling, Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise und Amsel.

Auffällig ist, bei insgesamt weniger Vögeln als 2021, eine Zunahme typischer Waldbewohner wie Kernbeißer, Kleiber, Eichelhäher, Blau- und Kohlmeisen in Parks und Gärten. Als Ursache käme ein verringertes Angebot von Baumfrüchten in den Wäldern in Frage.

Andererseits wurden bis zu 70 % weniger typische durchziehende Wintergäste wie Erlen- und Birkenzeisig, Rot-, Sing- und Wacholderdrossel gesichtet, was wohl auf die mildere Witterung zurückzuführen ist. Einige dieser Arten sind wohl Klimaverlierer, da sich durch den Wandel ihr Verbreitungsgebiet verkleinert.

Ausführliche Ergebnisse gibt es unter www.stundederwintervoegel.NABU-Sachsen.de

bzw. www.NABU.de/sdw-ergebnisse

Die nächste Zählaktion findet vom 13. Bis 15. Mai im Rahmen der Stunde der Gartenvögel statt.

Gehört sie bald zu den Klimaverlierern? Die Wacholderdrossel belegt bei der „Stunde der Wintervögel“ 2022 Platz 17 in Sachsen
Foto: Reimund Francke; NABU