Update – Illegaler Wegebau in Schutzgebieten im LK Meißen – NABU reicht Klage beim Verwaltungsgericht ein

Der NABU Sachsen hat Klage gegen den Landkreis Meißen wegen der naturschutzrechtlichen Genehmigung zur Verlegung eines Breitbandkabels und zum Ausbau eines Weges in NATURA 2000-Gebieten beim Verwaltungsgericht Dresden eingereicht. Er wurde nicht, wie gesetzlich vorgeschrieben, an den Planungen im Röderauwald (NSG Röderauwald Zabeltitz, LSG Mittlere Röderaue, FFH-Gebiet Röderaue und Teiche, EU-Vogelschutzgebiet Unteres Rödertal) beteiligt. Da dem Widerspruch des NABU nicht stattgegeben wurde, blieb nur der Klageweg. Im Frühjahr 2019 wurde bei Großenhain ein Breitbandkabel verlegt und der Waldweg mit standortfremden Materialien aufgeschüttet und verdichtet. Dadurch stellt der Weg eine Sperre dar, die die Überflutung des Auwaldes verhindert. Naturnahe Auwälder zählen in Mitteleuropa zu den seltensten Biotoptypen überhaupt, sind u.a. durch den Klimawandel gefährdet und sind auf periodische Flutungen angewiesen. Mehr zum Verfahren: https://sachsen.nabu.de/umweltundressourcen/naturschutzpolitik/29671.html Die gesamte Pressemitteilung des Landesverbandes: http://www.nabu-dresden.de/wp-content/uploads/2021/04/14Klageeinreichung_Straßenbau.pdf

Update 02.06.2021 – Im Rechtsverfahren des zu einer Straße ausgebauten Waldweges im Naturschutzgebiet „Röderauwald Zabeltitz“ hat der NABU Sachsen nun die Klagebegründung beim Verwaltungsgericht Dresden eingereicht. Bei dem Gebiet handelt es sich um eine überregional bedeutsame Auenlandschaft mit naturnahen Fließgewässerabschnitten, Altarmen Weichholz- und anderen Auwäldern. Ein externes Gutachten zu den Beeinträchtigungen des FFH-Gebietes „Röderaue und Teiche unterhalb Großenhains“ weist darauf hin, dass mit völlig standortfremden Materalien ausgebaut wurde, die durch Auswaschungen Giftstoffe und standortfremde Nährstoffkonzentrationen eintragen können. Hinzu kommen Barrierewirkungen für die nachgewiesenen Arten Mopsfledermaus, Wolf, Fischotter, Biber sowie Amphibien und Vögel. Der NABU fordert die weitere Sicherstellung der auentypischen Flutung und die Beseitigung der rechtswidrigen Nutzung des Weges. gesamte Pressemitteilung des NABU-Landesverbandes

Weitere Informationen zum Vefahren: https://sachsen.nabu.de/umweltundressourcen/naturschutzpolitik/29671.html

überfluteter Weg im Röderauwald Foto: Alf Terpe



Die neue höhergelegte Straße im Röderauwald verhindert die für die Auenlandschaft lebensnotwendigen Überschwemmungen.
Foto: Renate Wilhelms