Laufende Projekte

International Coastal Cleanup Day

Der International Coastal Cleanup Day (ICC), zu dem die US Umweltorganisation Ocean Conservancy in jedem Jahr am dritten Samstag im September aufruft, hat sich in den vergangenen 28 Jahren zur weltweit größten ehrenamtlichen Aktion für den Meeresschutz entwickelt.

Die meisten Berichte und Bilder zur Problematik des Plastikmülls im Meer stammen zwar aus den fernen Regionen des Pazifischen und Indischen Ozeans oder auch aus dem Roten Meer. Doch wir müssen seit einigen Jahren feststellen, dass auch unsere heimischen Meere nicht vom Plastikmüll verschont bleiben. Schätzungsweise 20.000 Tonnen Müll gelangen Jahr für Jahr in die Nordsee, nicht wenig davon auch über die Elbe. Vermutlich befinden sich inzwischen bis zu 600.000 m³ Müll auf dem Meeresboden des ohnehin überstrapazierten kleinen Randmeeres, und täglich wird es mehr.

Die ökologischen Auswirkungen des Plastikmülls sind verheerend. So verwechseln vor allem Seevögel Plastikteile mit Nahrung oder Sepiaschalen, also kleinen Tintenfischen. Diese brauchen sie zur Versorgung mit Kalziumcarbonat, welches sie für den Skelettbau oder die Schalenausbildung benötigen. So nehmen Seevögel stetig Plastik bei der Nahrungssuche auf, so dass sie ein ständiges Sättigungsgefühl verspüren. Viele von ihnen verhungern mit vollen Mägen oder sind aufgrund der reduzierten Fitness ein leichtes Opfer von Krankheiten oder Infektionen. Wieder andere sterben an inneren Blutungen durch perforierte Magenwände. Im Zeitraum von 2002 bis 2006 wurde in 95 Prozent der untersuchten Eissturmvögel Plastik im Magen-Darmtrakt gefunden. Doch nicht nur Seevögel sind in den Meeresgebieten vor unserer Haustür betroffen. Auch Seehunde, Kegelrobben, Schweinswale und zahlreiche Fischarten können Opfer unseres Zivilisationsmülls werden.
ElbuferAus diesem Grund beteiligt sich seit 2013 der Naturschutzbund (NABU) auch in Dresden an dieser Aktion. Und trotz der umfangreichen Aktion der Landeshauptstadt zur Reinigung der Elbwiesen im Frühjahr kommt dabei nicht wenig neuer Müll zusammen.

2014 trafen sich etwa vierzig Menschen, um am 20. September Müll an den Ufern der Elbe zu sammeln. Vor allem sind das junge Menschen gewesen, auch Familien mit ihren Kindern. Drei Stunden wurde gesammelt und dabei Etliches zusammen getragen: Grillzubehör, Plastemüll, aber auch Autoreifen und Schrottteile. Unterstützt wurde die Aktion wie auch im Vorjahr durch das Ortsamt Altstadt der Landeshauptstadt, das sowohl Müllsäcke und Arbeitshandschuhe zur Verfügung stellte als auch für den Abtransport des gesammelten Mülls sorgte. Und auch in diesem Jahr ließ es sich Andre Barth, der Ortsamtsleiter, nicht nehmen, die Aktion selbst zu eröffnen.
Eine kleine Stärkung nach getaner Arbeit gab es von der LANU.

Neu dabei war 2014 der Sächsische Hafen- und Verkehrsverein, dessen Vorsitzender, Kapitän Detlef Bütow, nicht nur zu den aktivsten Müllsammlern gehörte, sondern der für die Aktionsteilnehmer noch eine Besichtigung des Dresdner Alberthafens mit sachkundigen Erläuterungen ermöglichte.
Allen Beteiligten ein recht herzliches Dankeschön!

Auch im Jahr 2015 wird sich der NABU Regionalverband Meißen-Dresden am International Coastal Cleanup Day beteiligen. Termin ist in diesem Jahr der 19. September.

Diesmal werden wir uns das Elbufer in der Dresdner Johannstadt vornehmen und hoffen auf noch mehr Menschen, die sich daran beteiligen.


Alte Handys für die Havel

Foto: Geoffrey BrownMit Handy-Recycling Ressourcen schonen und NABU-Projekt fördern.

Die Untere Havelniederung ist das größte und bedeutsamste Feuchtgebiet im Binnenland des westlichen Mitteleuropas. Mehr als 1.100 stark gefährdete und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten kommen in der Unteren Havelniederung vor. Der NABU will dieses Flussgebiet in den kommenden Jahren wieder naturnah gestalten und so in der Region wieder ein Naturparadies schaffen.

Um dieses große Vorhaben mit zu finanzieren, führt der NABU die Aktion „Alte Handys für die Havel“ durch. Der NABU und die E-Plus-Gruppe arbeiten bei diesem Thema eng zusammen. Seit dem 1. Januar 2011 ist das Mobilfunkunternehmen Partner der Kampagne „Alte Handys für die Havel“. Für jedes abgegebene Alt-Handy erhält der NABU 2,10 Euro von der E-Plus-Gruppe, das in das Naturschutzgroßprojekt Untere Havel fließt. Seit Beginn der NABU-Kampagne im Jahr 2006 wurden bereits über 120.600 Handys eingeschickt. Neben vielen Einzelpersonen haben sich an der Aktion auch Unternehmen, Schulen und Behörden beteiligt.

Nach Herstellerangaben befinden sich mehr als 110 Millionen alte oder defekte Handys in deutschen Haushalten, Tendenz steigend. Diese Geräte enthalten wertvolle Rohstoffe. Wenn sie im Hausmüll landen, gefährden sie zudem die Umwelt durch Schadstoffe. Ein Ziel der Kampagne ist es daher, mehr Elektrogeräte dem Recycling zuzuführen, und möglichst viele Menschen dafür zu sensibilisieren, dass die Verwertung von Elektroschrott notwendig für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung ist.

Auch der NABU Regionalverband Meißen-Dresden beteiligt sich an dieser Aktion und nimmt alte Handys an. Sie können diese in unserer Geschäftsstelle abgeben oder in der Bibliothek des Umweltzentrums Dresden, die von Montag bis Freitag geöffnet ist (Montag bis Donnerstag 10 – 19 Uhr, Freitag 10 – 14 Uhr).

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie auf der Projektseite des NABU.


Vom Matthäusfriedhof zum Bürgerpark

Seit 2013 hat das Umweltzentrum Dresden als Träger im Rahmen eines Erbbaurechtes für 30 Jahre die Schirmherrschaft über den Äußeren Matthäusfriedhof übernommen.
Der ehemalige Friedhof, dessen vormalige Nutzung bereits vor über 20 Jahren eingestellt wurde, soll nun sukzessive zum naturnahen Bürgerpark umgestaltet werden.

Finanziell unterstützt der NABU Regionalverband Meißen-Dresden das Projekt und leistet die naturschutzfachliche Betreuung.

Bildungsseminare zum Thema Friedensarbeit und Völkerverständigung sollen in den alten Friedhofsgebäuden stattfinden, ein Naturlehrpfad angelegt und das Gelände für interessierte Bürger attraktiver gestaltet werden.

Es wird ein Ort der Ruhe bleiben, sind doch auch Kriegs- und Zwangsarbeitergrabstätten auf dem Friedhof, diese haben in Deutschland ewiges Ruherecht und werden weiterhin gepflegt.

Durch einen alten Baumbestand, die offenen Wiesenflächen, ist ein Habitat auf 30.000qm für die heimische Flora und Fauna entstanden, die von besonderem Interesse ist und die es gilt zu schützen und auszubauen.
Zum Beispiel brütet der Sperber in den letzten Jahren auf dem Areal.

Seit Anfang Mai 2015, im Rahmen eines Flüchtlingsprojektes werden erste Umbaumaßnahmen vorgenommen. Zehn freiwillige aus Kriegsgebieten gestalten nun mit und erfreuen sich an Ihrer neuen ehrenamtlichen Tätigkeit.
Eine aus Zweigen geflochtene Hecke zur Abgrenzung zum Hafenareal entsteht im Moment, mit dem Aushub für die Anlage eines Teiches wurde begonnen.
Im Herbst sind Pflanzungen von Schlehen geplant, um den Anteil an heimischen Sträuchern zu erhöhen.
Die Arbeit auf dem Gelände wird uns, den NABU, noch länger begleiten und bei neuen Abschnitten werden wir weiter informieren.
Für alle Gartenfreunde sei hier erwähnt, wer „Gärtnern ohne Torf“ bevorzugt, es gibt kompostierte Erde, die gegen eine Spende abzugeben ist.