Steinkauz – Nachzucht und Wiederansiedlung

Der Steinkauz – Athene noctua

Seinen wissenschaftlichen Namen verdankt der kleine Kobold mit den schwefelgelben Augen der griechischen Göttin der Weisheit, deren Lieblingsvogel er war. Aus seiner Baumhöhle oder Niströhre heraus hält er schon recht früh in den Abendstunden nach Nahrung Ausschau. Im Volksmund auch als „Totenvogel“ bekannt. Dies jedoch zu Unrecht, denn sein Beiname bezog sich im Ursprung auf sein melodisches Rufen während seiner Nahrungsaufnahme: Im ländlichen Bereich stellte man des Nachts ein schwaches Licht im Krankenzimmer auf, um den Zustand des Kranken besser beobachten zu können. Der nach draußen fallende Lichtschein lockte Insekten an, die Grundnahrung des kleinen Kobolds. Sein Ruf „kuwitt“ wurde, wenn totkranke Menschen nicht überlebten, in „komm mit“ umgewandelt. Bis Mitte des 20. Jh. wurde er noch als vermeintlicher Unglücksbote verfolgt. Heute setzen wir alles daran, den Kauz als liebenswerten Kobold zu erhalten. (nach Gerhard Neuhaus, Krs. Minden-Lübbecke)

Der Steinkauz ist der Fußgänger unter den Eulen. Auf kurzrasigen Wiesen oder Weiden sucht er nach Nahrung. In schneereichen Wintern benötigt er Scheunen oder Ställe, um Mäuse zu fangen. Steinkäuze waren über Jahrhunderte die Begleiter der Menschen in der Kulturlandschaft. Durch die Rodung der Wälder fand der ursprüngliche Steppenvogel auch in Mitteleuropa Lebensräume. Er gilt als guter Indikator unserer dörflichen Kulturlandschaft.

Foto: Uwe Syre

Steckbrief:

Größe: Männchen 21 cm, Weibchen 23 cm

Gewicht: Männchen 200 g, Weibchen 230 g

Flügelspannweite: 56 – 58 cm

Brut: 1 Jahresbrut von April – Juni, Höhlenbrüter (Baum, Nisthilfe)

Gelege: 2 – 6 Eier

Brutdauer: 28 Tage

Nestlingszeit: 32 Tage

Nahrung: Insekten, Käfer, Regenwürmer, Mäuse , Vögel

Lebenserwartung: 15 Jahre

Feinde: Krähen, Sperber, Eulen, Habicht, Mensch

Zugverhalten: Strichzieher, Kurzstreckenzieher, Standvogel

ursprüngliche Herkunft: Steppen und Halbwüsten Mittelasiens und des Mittelmeerraumes, Kulturfolger, meidet geschlossene Waldgebiete

Ein ausführliches Artenporträt zum Download findet Ihr hier!

Artenporträt

Gefährdung und Schutz:

Leider ist in den letzten Jahren ein katastrophaler Bestandsrückgang dieser Eule zu verzeichnen. Für Sachsen wurden im Jahr 2004 noch ganze 5 bis 10 Brutpaare vermutet. Der Steinkauz gilt deshalb im Freistaat als stark vom Aussterben bedroht. Als Hauptursachen werden die Umwandlung von Grünland in Acker, der Einsatz von Pestiziden, der Ausbau des Verkehrsnetzes, der Rückgang an Weidetieren, Brutplätzen und -höhlen (Fällungen) und die Zunahme der natürlichen Feinde angesehen.

Was können wir tun? Besonders wichtig ist der Erhalt von Streuobstwiesen, Viehweiden, höhlenreicher Einzelbäume und Kopfweide, der Einbau eulengerechter Einflüge in Ställe und Scheunen, der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel. Zur Verbesserung des Futterangebotes können Strohbündel und Reisighaufen am Wiesenrand abgelegt werden. Auch künstliche Nisthilfen werden gut angenommen.

Ein Netzwerk aus bisher 12 ehrenamtlichen Züchtern bemüht sich um eine kontinuerliche Nachzucht für die Auswilderung. Die Gruppe arbeitet deutschlandweit mit Zoos, Falknern und anderen Steinkauz-Projekten zusammen.

Hier ein Flyer des Artenschutzprojektes im Landkreis Löbau-Zittau aus dem Jahre 2005.

Nistkastenbauanleitungen

Nistkastenbauanleitungen
Steinkauzröhre
Das Problem der Mardersicherung wird mittels Pendelmond gelöst.

Mitarbeit

Besonders gesucht sind bewirtschaftete Streuobstwiesen, landwirtschaftliche Flächen im ökologischen Betrieb, extensiv genutzte Weiden und Flächen. Da der Steinkauz ein Kulturfolger ist, werden von ihm gern Gestüte, Ställe, Scheunen und bäuerliche Gehöfte genutzt. Genau diese sind Ziel für die Anbringung/Aufwertung von Nisthilfen und für die Auswilderung.

Für die Vermittlung oder Bereitstellung dieser Örtlichkeiten wären wir sehr dankbar.

Gern beraten wir Sie über Möglichkeiten bei der Unterstützung zur Ansiedlung von Steinkäuzen bei Ihnen vor Ort.

Kontakt: steinkauzfreunde@nabu-dresden.de

Hier ein Zwischenbericht zur Auswilderung Stand September 2021

Auswilderungsbericht 09/2021

Kooperationspartner und Links

Athene-Projekt Umweltzentrum Dresden+49 351 4943500 https://athene.uzdresden.de/

NABU-Gruppe Südraum Leipzig https://suedraum-leipzig.nabu-sachsen.de/aktuelles/nabu-suedraum-leipzig-erneuert-auswilderungsvoliere-20-jahre-steinkauzauswilderung/

Museum Usti/CZ http://www.muzeumusti.cz/de/

Institute of Vertrebrate Biology Czech Acadamy of Science https://www.ivb.cz/en/

Czech Society for Ornithology https://www.birdlife.cz/en/

Tierpark Riesa https://www.tierpark-riesa.de/

Zoo Hoyerswerda https://kulturzoo-hy.de/

Tierpark Bischofswerda https://tierpark-bischofswerda.de/

Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung e.V. https://www.naturpark-nuthe-nieplitz.de/naturparkverein/projekte/aktuelle-projekte/steinkauzprojekt.html?page=

Tierpark Hexentanzplatz https://www.bodetal.de/bodetalurlaub/tierpark/

Belziger Landschaftswiesen https://www.biologie-seite.de/Biologie/Belziger_Landschaftswiesen

Natur- und Wildpark Waschleithe https://www.beierfeld.de/de/tourismus/sehenswertes/natur-und-wildpark/#pageTop