Wintervögel zieht es in Gärten und Parks – Zwischenstand bei der Stunde der Wintervögel 2022

Bisher zählten in Sachsen über 7.600 Personen in 5.100 Gärten rund 196.000 Vögel. Bis zum Meldeschluss am 17.01. zeichnen sich bereits erste Trends ab: Sachsenweit wurden über 38 Vögel pro Garten gemeldet, der zweitniedrigste Wert seit Aktionsbeginn. Der Durchschnitt liegt bei 35 Vögeln. Bundesweit wurden ca. 36 Vögel und 9 verschiedene Arten gemeldet.

Die Rangfolge der TOP 5: Haussperling, Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise, Amsel

Der Grünfink, der im vergangenen Jahr häufig durch Trichomonaden-Befall dezimiert wurde, erholt sich langsam, seine Anzahl liegt jedoch noch immer unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Anzahl der Blaumeisen dagegen liegt über dem Wert von 2021. Diese konnten ihre Verluste aus den Jahren 2020 und 2021 aufgrund des Bakteriums Suttonella ornithologica durch vermutlich durch vermehrte Bruten und Zuwanderung ausgleichen. Die Anzahl der durch das Usutu-Virus geschwächten Amseln hat sich im Vergleich zum Vorjahr etwas verbessert, liegt aber noch auf niedrigem Niveau.

Auffällig war vor allem, dass typische Waldarten wie Eichelhäher und Buntspecht, vermehrt beobachtet wurden, vermutlich aufgrund des Wetterumschwungs und auch der geringeren Menge an Baumsamen, was die Vögel an die Futterstellen in die Gärten trieb.

Wahrscheinlich aufgrund der milden Witterung in ihren Brutgebieten waren typische Wintergäste wie Wacholderdrossel, Schwanzmeise und Erlenzeisig eher selten zu beobachten.

Ergebnisse und Zwischenstände  unter http://www.nabu.de/sdw-ergebnisse

Eichelhäher, Foto: Franzke, NABU